19. März 2026
Julia Nentwich & Gabriele Schambach
„Gleichstellung wollen - aber nicht handeln?!
Gestern haben wir genau diese Frage in einer Onlien-Session mit einer super motivierten und engagierten Gruppe diskutiert. Es hat mega Spass gemacht!
Ein Befund unserer Forschung von Leaders for Equality zog sich wie ein roter Faden durch die Diskussion:
41% der Männer schätzen ihr Gleichstellungsengagement als hoch ein - aber nur 16% der Frauen nehmen es so wahr.
Dieser Reality-Gap ist kein Vorwurf. Er ist vielmehr eine Einladung zur Reflexion, zum Gespräch - und zum Handeln.
Was macht es so schwierig?
In unserem Input haben wir die Hürden gegen Gleichstellung aufgezeigt. Wichtig zu berücksichtigen ist: Sie sind keine individuellen Fehler, sondern erwartbare Reaktionen in einem System, das auf den Erhalt des Status Quo ausgerichtet ist. Und sie kommen als scheinbar sachliche Argumente daher.
Was können wir tun, um Hürden zu reduzieren?
In der Diskussion haben uns besonders beschäftigt:
- Der erste Mann, der die Hand hebt, macht den Unterschied. Der Gruppendruck unter Männern ist enorm - und er lässt sich auch positiv nutzen. Wenn einer vorangeht, frauen sich auch andere.
- Instrinsische Motivation ist das Ziel - aber der Weg dahin braucht Unterstützung. Wenn wir Gleichstellung als Führungsaufgabe rahmen, gibt das instrinsisch motivierten Männern eine Art "Deckung". Sie können das Thema treiben,ohne sich zu stark zu exponieren.
- Defensive Reaktionen lass sich nicht ganz vermeiden - aber sie sind auch kein Scheitern. Mythen anzusprechen, ohne das Wort "Mythos" zu verwerden. Bei den Bedürfnissen ansetzen. Neugier wecken statt überzeugen wollen.
- Frauennetzwerke können starke Türöffner sein - wenn Männer wirklich eingeladen werden. Nicht nur "mitgemient. Das funktioniert ungekehrt genauso wie bei Frauen.
- Ein Drittel der Männer in Deutschland snd laut einer Studie beim Thema Gleichstellung noch unentschieden. Das ist keine Blockade - das ist Potential.
Und damit wir nicht darauf warten müssen, bis andere etwas tun, können wir selbst handeln:
- Genderinklusiv handeln: Redezeiten gewusste gestalten, Frauen als Expertinnen einbeziehen. Besprechungen vereinbarkeitsfreundlich planen.
- Mythen aktiv widersprechen: Nicht unkommentiert stehen lassen. Sozialer Mut ist erlernbar - und wirkt ansteckend.
- Den Reality Gap sehen und nutzen: Austauschrunden initiieren - gemischt und unter Männern.
Vielen Dank an alle, die mit dabei waren - und ihre Fachexpertise und Erfahrugen geteilt haben. Wir freuen uns die Diskussionen in weiteren Sessions.
Hier steht unser Input zur Verfügung.